Monat der Lipödem-Aufklärung | Symptome, Ursachen und Therapie

Lipödem – eine Erkrankung, die häufig mit Übergewicht und Cellulite verwechselt wird

Juni ist weltweit der Monat der Lipödem-Aufklärung. Das ist ein guter Anlass, um Wissen über diese Erkrankung zu verbreiten, die viele Frauen betrifft und dennoch häufig verharmlost oder falsch interpretiert wird. Das Lipödem, auch als Fettverteilungsstörung bezeichnet, wird oft mit Übergewicht, Adipositas oder Cellulite verwechselt. Tatsächlich handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, die Schmerzen, Schwellungen, ein Schweregefühl in den Beinen und eine starke Berührungsempfindlichkeit verursachen kann.

Für viele Frauen ist nicht nur das Aussehen des Körpers ein Problem, sondern auch das fehlende Verständnis. Ein Lipödem ist keine Folge von Faulheit, mangelnder Disziplin oder ein rein „ästhetisches Problem“. Es ist eine Erkrankung, die diagnostiziert und angemessen unterstützt werden sollte.

Was ist ein Lipödem?

Ein Lipödem ist eine Störung der Fettverteilung, die am häufigsten die unteren Körperpartien betrifft. Das Fettgewebe lagert sich vor allem an Beinen, Hüften und Gesäß ab, manchmal auch an den Armen. Charakteristisch ist, dass sich das Erscheinungsbild dieser Körperbereiche trotz Diät und regelmäßiger körperlicher Aktivität oft nicht verändert.

Viele Frauen hören über Jahre hinweg, sie sollten einfach abnehmen, mehr Sport treiben oder ihre Ernährung umstellen. Bei einem Lipödem bringen klassische Methoden zur Gewichtsreduktion jedoch nicht immer den erwarteten Effekt an den betroffenen Stellen. Genau deshalb sind mehr Bewusstsein und Aufklärung über das Lipödem so wichtig.

Die häufigsten Symptome eines Lipödems

Die Symptome eines Lipödems können sich allmählich entwickeln. Anfangs sind sie oft subtil und werden deshalb leicht ignoriert. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • unverhältnismäßige Fettansammlungen an Beinen, Hüften und Gesäß,
  • Schweregefühl in den Beinen,
  • Schwellungen, die im Laufe des Tages zunehmen,
  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit bei Berührung,
  • schnelle Bildung von blauen Flecken,
  • keine deutliche Verbesserung des Erscheinungsbildes der Beine trotz Diät und Bewegung,
  • Spannungsgefühl der Haut und Unwohlsein.

Wichtig ist: Das Lipödem betrifft am häufigsten Frauen und kann in Phasen hormoneller Veränderungen auftreten oder sich verstärken, zum Beispiel während der Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause.

Lipödem, Cellulite und Übergewicht – warum werden sie so leicht verwechselt?

Das Lipödem wird häufig mit Cellulite verwechselt, weil es das Hautbild und die Körperform beeinflussen kann. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass ein Lipödem nicht nur mit sichtbaren Veränderungen, sondern auch mit Schmerzen, Schwellungen und einer Überempfindlichkeit des Gewebes verbunden ist.

Es handelt sich auch nicht um gewöhnliches Übergewicht. Beim Lipödem ist das Fettgewebe charakteristisch und oft symmetrisch verteilt. Der Oberkörper kann proportional wirken, während Beine oder Hüften deutlich vergrößert sind. Das kann zu Frustration, geringerem Selbstbewusstsein und dem Gefühl führen, dass der Körper nicht auf die eigenen Bemühungen reagiert.

Wie kann die Lipödem-Therapie unterstützt werden?

Die Grundlage ist die Beratung durch eine Fachperson und eine richtige Diagnose. Je früher ein Lipödem erkannt wird, desto schneller können Maßnahmen eingeleitet werden, die den Alltag und das Wohlbefinden unterstützen.

Bei der Lipödem-Therapie können unter anderem Kompressionskleidung, passend ausgewählte Bewegung, eine entzündungshemmende Ernährung, manuelle Lymphdrainage und Pressotherapie hilfreich sein. Pressotherapie, also mechanische Lymphdrainage, kann den Lymphfluss unterstützen, das Schweregefühl in den Beinen verringern und die Reduktion von Schwellungen fördern. Die Behandlung sollte jedoch individuell angepasst und unter Berücksichtigung des Gesundheitszustands der Patientin durchgeführt werden.

Wichtig ist, dass keine unterstützende Methode eine Diagnose oder eine Behandlung durch eine Fachperson ersetzt. Sie kann jedoch ein Bestandteil einer umfassenden Therapie und der täglichen Vorbeugung von Schwellungen sein.

Warum sollte mehr über das Lipödem gesprochen werden?

Das Bewusstsein für das Lipödem ist noch immer zu gering. Viele Frauen wissen jahrelang nicht, woher ihre Beschwerden kommen, warum ihr Körper nicht auf Diät und Bewegung reagiert und weshalb die Beine schmerzen, schwer und geschwollen sind. Aufklärung hilft, das Problem schneller zu erkennen und die richtige Unterstützung zu suchen.

Der Juni als Monat der Lipödem-Aufklärung ist eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern: Ein Lipödem ist keine Faulheit, kein Mangel an Willenskraft und nicht nur eine Frage des Aussehens. Es ist eine Erkrankung, die ernst genommen werden sollte.

Wenn du bei dir ein Lipödem vermutest, ignoriere die Symptome nicht. Wende dich an eine Fachperson, beobachte deinen Körper und sorge für passende Unterstützung. Je früher du handelst, desto besser kannst du für dein Wohlbefinden, deine Gesundheit und deine Lebensqualität sorgen.

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